Compliance ist ein unangenehmes Thema in der globalen VIP-Hospitality-Branche, die Umsätze von über 30 Milliarden Euro pro Jahr generiert. Es gilt, die Gesetze unterschiedlicher Länder genau zu verstehen, da sie bestimmen, was erlaubt und, noch viel wichtiger, was nicht erlaubt ist. Doch selbst Regeln, die schwarz auf weiß festgehalten wurden, können Kopfschmerzen verursachen. Mike Mainwaring, Leiter der Sponsorship-Abteilung bei Quilter in London, erklärt:

„Die Financial Conduct Authority (FCA) verschärfte ihre Vorgehensweise, vertritt aber die Position, dass sie zwar Richtlinien vorgibt, jedoch keine strikten Regeln, die besagen, was richtig und was falsch ist. Es ist ein bisschen wie Autofahren ohne Tacho und ohne Verkehrszeichen zur Geschwindigkeitsbeschränkung.

Man denkt, man fährt in einer Tempo-50-Zone und schätzt, dass man unter 50 km/h fährt, weiß es aber nicht so genau. Zur FCA gehen und fragen: ‚Nach diesen Standards arbeiten wir, ist das okay?‘ können wir nicht. Erst wenn die FCA Fragen stellt und ein Bericht erstellt werden muss, könnten wir erfahren, dass etwas nicht in Ordnung ist.“

Der Bedarf nach zentralen Beschaffungsprozessen, die das Thema Compliance ein wenig einfacher machen, war noch nie so hoch wie heute.

Es waren keine einfachen Zeiten, nachdem 2008 die Compliance am Hospitality-Markt plötzlich strenger geprüft wurde. Das, was viele daraufhin als Hysterie wahrnahmen, ist seitdem zwar wieder abgeflaut, das Thema bleibt aber ein großes Problem. Es ist immer noch schwierig, einfachere Wege zu mehr Compliance zu finden, und das wirkt sich auf die Entscheidung von Unternehmen aus, Hospitality-Angebote zu fördern oder nicht. Mainwaring, dessen Unternehmen ein wichtiger Unterstützer der Rugby-Länderspiele in Twickenham ist, sagt:

„Ist Compliance heute einfacher? Nein, sie ist immer noch sehr schwierig und hängt ein wenig von der Branche ab. Im Bereich der Finanz- oder Unternehmensdienstleistungen wird sie jedoch sehr genau unter die Lupe genommen.

Wenn die Begründung dahinter der Aufbau von Beziehungen und ein besseres Verständnis für Kunden sind, wo führt man dieses Gespräch dann am besten? Ich glaube, dass die Risikobereitschaft im Moment eher gering ist und in der Branche der Finanzdienstleistungen, in der Compliance sehr ernst genommen wird, halten sich die Menschen an die Regeln, die es gibt.“

Giles Morgan, der bei HSBC 12 Jahre für Sponsorships und Events weltweit verantwortlich war, verfügt über einzigartige Expertise zu diesen Problemstellungen. Er meint:

„Eines der Probleme sind die unterschiedlichen Grenzwerte in Unternehmen. Man muss transparent sein, wenn es um die Gründe geht, warum man mit Hospitality zu tun hat, denn Compliance kann sehr undurchsichtig sein.
Als die britische Regierung den Bribery Act erließ, wollte sie damit alle heiliger als den Papst machen, ohne den Unternehmen jedoch zu sagen, was sie tun dürfen und was nicht. Man musste eigene Regeln aufstellen. Natürlich griff Panik um sich und die Kurzschlussreaktionen gingen auf Kosten des gesunden Menschenverstands. Ich glaube nicht, dass sich die Einstellung der Unternehmen seither geändert hat. Die Menschen finden es immer noch schwierig, Hospitality nach den Regeln ihres eigenen Unternehmens zu rechtfertigen. Zudem sehen wir leider immer noch diesen Hang zu ‚Austerity Britain‘, einem Land der Entbehrungen, in dem man keinen Spaß haben darf. Die ‚Prawn Sandwich Brigade‘, die exklusive Hospitality-Angebote dennoch genießt, bekommt eine auf den Deckel. Ich frage dann aber: ‚Wer bezahlt denn für den Sport?‘

Nicht nur in Großbritannien, auch in Amerika, Deutschland, Frankreich und Asien ist Compliance ein heißes Thema. Das Gute daran ist, dass es Unternehmen zwingt, die Dinge ordentlich zu machen.“
The Championship, Wimbledon


Großartige Sportveranstaltungen müssen sich weiterentwickeln, um attraktiv zu bleiben und sich ihren Platz auf der „Muss ich unbedingt einmal sehen“-Wunschliste der Kunden zu sichern. The Championships im All England Lawn Tennis Club in Wimbledon sind auch heute noch eine legendäre Veranstaltung, die in umfassende Modernisierungen investiert hat, ohne dafür auch nur einen Tag des großartigsten Tennisevents der Welt zu opfern.

London Bierfest

Mick Desmond, Commercial & Media Director im All England Lawn Tennis Club (AELTC) beobachtet eine bedeutende Bewegung weg von großen Konzernen hin zu kleineren Gruppen und immer mehr Gästen aus Übersee. Er meint:

„Jeder weiß, dass Wimbledon immer ausverkauft ist. All die Hospitality-Pakete, Ticket-Verlosungen und Online-Kontingente sind bereits vergriffen, bevor The Championships losgehen. Einmal mit seinem Partner, Freunden oder Kunden dieses Event zu besuchen, steht daher bei vielen Menschen auf der Wunschliste ganz oben. Nachdem wir beschlossen, unsere Marke global aufzustellen, stellten wir fest, dass über unsere Hospitality-Angebote immer mehr internationale Besucher kommen, viele Amerikaner und Chinesen. Unsere Website und Apps kommunizieren während The Championships, wie man an Tickets für Wimbledon rankommt. Die Hospitality-Branche wird zunehmend international und immer öfter sind es nicht mehr Unternehmen, die Hospitality-Pakete kaufen, sondern Einzelpersonen und Kleingruppen.“

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